Einweihung des größten Studentenwohnheims in Rheinland-Pfalz am Mainzer Kisselberg

Die ersten sind schon eingezogen

04.09.2013 - GONSENHEIM - Von Julia Sloboda

STUDENTENWOHNHEIM Einweihung der neuen Anlage am Kisselberg / 795 Appartements stehen bereit

Noch geht es ruhig zu am Kisselberg. Zur Einweihung der neuen Studierendenwohnanlage sind zwar viele Vertreter aus Politik und Wirtschaft gekommen – Bewohner sind jedoch keine zu sehen. Am Montag sind die ersten Studenten eingezogen, rund 40 sind es bisher.

Kein Vergleich zu dem, was die drei Gebäude spätestens zum Semesterstart der Universität Mitte Oktober erwartet: 795 Appartements und somit das größte Studentenwohnheim in Rheinland-Pfalz sind am Kisselberg entstanden.

Die Mieter können sich zwischen Einzel- oder WG-Zimmern entscheiden. Auch 13 behindertengerechte Appartements stehen zur Verfügung. „Wir haben aktuell noch zwischen 150 und 200 freie Zimmer“, sagt Matthias Griem, Geschäftsführer des Studentenwerks, das künftig als Generalmieter auftritt. Wer eines der Appartements ergattern will, sollte allerdings nicht mehr allzu lange warten. Preislich bewegen sich die 15 bis 27 Quadratmeter großen Zimmer im Bereich von 325 bis hin zu 395 Euro.

Aufgrund der Nähe zur Universität und der Fachhochschule hatte das Studierendenwerk mit dem Satz „Morgens länger schlafen – Wohnen in Campusnähe“ geworben. Der Campus und die Coface-Arena sind tatsächlich die einzigen Einrichtungen, die im näheren Umkreis liegen.

Mit dem Fahrrad

Das Gewerbegebiet am Kisselberg dürfte den studentischen Bewohnern nicht all zu viel nützen. „Früher wollten alle am liebsten in der Altstadt wohnen. Heute am liebsten nah am oder auf dem Campus“, sagt Griem zur Abgeschiedenheit des Wohnheims. „Wenn man ein Fahrrad hat, ist es nur noch ein bisschen ab vom Schuss“, finden zwei Bewohner der Studentenwohnanlage Inter II auf dem Uni-Campus, die zur Einweihung nach drüben gekommen sind. Als erfahrene Wohnheimsmieter haben sie ganz andere Bedenken. „Bei so vielen Einzelzimmern und gleichzeitig einer so hohen Bewohnerzahl könnte es schwer werden, ein Gemeinschaftsgefühl aufzubauen.“

Für die Projektentwickler von der Mainzer Aufbaugesellschaft (MAG) und der Ingelheimer J. Molitor Immobilien GmbH überwiegt jedoch die Freude über die Eröffnung.

Von einer nur 15 Monate währenden „Rekordbauzeit“ spricht MAG-Geschäftsführer Martin Dörnemann. Der Weg dorthin sei jedoch schwierig und steinig verlaufen, gibt er ehrlich zu. Deutlich wird das an einer Projektentwicklungszeit von über drei Jahren.

Dabei hätten sich vor allem Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD), Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) und Bürgermeister Günter Beck (Grüne) für das Wohnheim eingesetzt. Vor allem Grosse habe sich gegen Widerstände aus dem Gonsenheimer Ortsbeirat durchgesetzt, der die Planungen kritisch begleitet hatte.

„Wir hatten einfach Angst vor einer Ghettoisierung“, blickt Ortsvorsteherin Sabine Flegel (CDU) zurück. Schließlich handele es sich beim Kisselberg um ein reines Gewerbegebiet. „Bei der Kritik ging es uns nur um die Lage und nie um die Studenten“, so Flegel.

© Verlagsgruppe Rhein-Main 2013