Richtfest im Pressehaus: In diesen Palast sind alle verliebt!

Sanierung auf gutem Weg

Im Frühjahr 2016 soll das Wiesbadener Pressehaus in neuem Glanz erstrahlen. Mit dem Abschluss der Rohbauarbeiten an dem denkmalgeschützten Gebäude rücken die Handwerker diesem Ziel einen wichtigen Schritt näher.

„Die Revitalisierung des traditionsreichen Wiesbadener Pressehauses ist für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung, die mit viel Herzblut verbunden ist“, erklärt Projektentwickler Dirk Gemünden von der RNI GmbH, einer Gesellschaft aus J. Molitor Immobilien GmbH und Sparkasse Rhein-Nahe. Die Sanierung ist eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe, schließlich muss das 1909 fertiggestellte Gebäude nicht nur umgebaut und an moderne Anforderungen wie zum Beispiel den Brandschutz angepasst werden. Gleichzeitig gilt es, ein Maximum der vorhandenen kunsthistorischen Werte des Pressehauses zu erhalten, wie etwa  Malereien, Stuck und Vertäfelungen. Während des gesamten Bauablaufs stehen die Architekten und Ingenieure in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde. Da kaum Zeichnungen und nur wenige Fotos des historischen Bestands  vorliegen, kommt es immer wieder zu Überraschungen. „Zum Beispiel haben wir beim Abbruch von Bürodecken entdeckt, dass sich dahinter große Flächen gut erhaltener Original-Stuckdecken verbergen“, berichtet Bauleiter Klaus Schür von der bauausführenden Karl Gemünden GmbH & Co. KG.

Bei der Planung der neuen Maßnahmen war es wichtig, die Vorgehens- und Arbeitsweise der einstigen Architekten Lang, Wolff und Hertel nachzuvollziehen, um das Pressehaus rekonstruieren zu können. Bis in die 80er Jahre wurden an dem Gebäude zahlreiche bauliche Veränderungen vorgenommen. Im Rahmen der laufenden Sanierung wurde ein Großteil dieser

Bausünden der letzten Jahrzehnte entfernt. „Unser Ziel ist es, aus dem Pressehaus wieder ein stimmiges Gesamtensemble zu erstellen. Dabei ist es uns dennoch wichtig, dass bei genauem Betrachten der Fassade der Unterschied zwischen historischem Original und neuer Ergänzung erkennbar bleibt“, erläutert der beauftragte Architekt Uwe Bordt vom Wiesbadener Architekturbüro BGF+.

Wenn das Pressehaus im kommenden Frühjahr neu eröffnet, wird sich nicht nur sein Erscheinungsbild verändert haben. „Um ein denkmalgeschütztes Gebäude zu erhalten, muss man es mit Leben füllen“, so Gemünden. In diesem Sinne haben die Projektentwickler für das 20-Millionen-Projekt ein zukunftsfähiges Nutzungskonzept entwickelt, das neue Wege geht und gleichzeitig die Tradition des Pressehauses aufrechterhält. Neu ist, dass im Erdgeschoss Einzelhandelsgeschäfte ansiedeln werden, die der bereits erfolgten Aufwertung der Langgasse durch Jack Wolfskin und denn´s Biomarkt einen weiteren Schub verleihen werden. In den oberen Etagen entstehen 18 Mietwohnungen mit Blick über die Stadt. Mit der Rückkehr der Verlagsgruppe Rhein Main in die erste und zweite Etage wird das Pressehaus wiederum seine Geschichte als Zeitungsstandort fortschreiben. „Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit unserem Partner J. Molitor Immobilien GmbH diese Entwicklungsmaßnahme in Wiesbaden begleiten dürfen", so Peter Scholten, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rhein-Nahe abschließend.

 

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Bildnachweis: Foto 1 Sascha Kopp, Foto 2-6 J. Molitor Immobilien GmbH